KW 4
am 22.Jan 2012
Des Klassikers J.S.Bach ist des Jazz-Musikers Charlie Parker.
Oder etwas griffiger formuliert, i.S.v. ich weiß zwar um den Genitiv, habe aber Feierabend, öffne einen Knopf mehr am Hemd, flöze mich mit was zu trinken auf die Couch und gönn´ mir mal ´nen Dativ – also:
Was dem Klassiker sein J.S. Bach, das ist dem Jazz-Musiker sein Charlie Parker.
Charlie Parker steht für die Entstehung von Bebop. Er zeigte, was man aus mehr oder weniger einfachen aber gut komponierten Songs noch alles rausholen kann, wenn man sie harmonisch immer weiter verschachtelt, vergleichbar mit einem einfachen Satz, in den man zur Verdeutlichung hier noch einen Nebensatz einfügt, vielleicht da noch ein Attribut und des spielerischen Gestaltens wegen, des Genitivs nicht überdrüssig, man die Möglichkeit eines Trugschlusses während des Improvisierens in Erwägung zöge, wenn noch Zeit bliebe, um dann doch wieder, eines Ausflugs gleich, grammatikalisch nach Hause kommend in die kompositorisch grundlegenden Song-Harmonien zu münden.
. . . und das alles mit einer rhytmischen Brillianz, die gelegentlich unterschätzt wird
Beispiel für die Umspielung einer Songmelodie:
“All the things you are”
Beispiel eines schon von der Komposition her angelegten Bebopstückes:
“Hot House”
Beispiel eines schon von der Komposition her angelegten Bebopstückes . . .
“A Night in Tunesia” (mit dem legendären Break nach dem Thema hier bei 1´17)
. . . zu dem anschließend mehrere Texte geschrieben wurden und das im Nachhinein zu einem Song wurde.
“A Night in Tunesia” gesungen von Sarah Vaughan
“A Night in Tunesia” gesungen von Chaka Khan
(hier mit dem eingeflochtenen Originalbreak von Charlie Parker bei 3´46 )
Über die Harmonien des Songs “How high the moon” (hier performed von Les Paul & Mary Ford live mit Tonband) schrieb Charlie Parker mit “Ornithology” seine eigene Melodie.
KW 3
am 17.Jan 2012
George Benson z.B. kennt das Gitarrenspiel von Wes Montgomery (siehe KW 2) auch.
Dass er ausserdem noch gut singen kann (Ja, endlich! Heute gibt´s wieder einen Link zu Gesang), ist bei “The Greatest Love Of All” zu hören (einigen bekannt durch Whitney Houston) – ein Song, mit der bemerkenswerten Textstelle: “. . . I decided long ago, never to walk in anyone´s shadow . . .” Darüber kann man mal ein paar Minuten nachdenken.
Eine Ballade geht noch, oder?
KW 2 – Nachtrag
am 16.Jan 2012
Wes Montgomery war der Jazzgitarrist, an dem sich vermutlich alle anderen Jazzgitarristen orientiert haben, direkt oder indirekt. Ein paar Videos von ihm habe ich entdeckt. Die Musiker haben hörbar Spaß beim spielen, gut auch zu sehen bei Nica´s Dream. Schönes Hörerlebnis wünsche ich.
KW 52
am 24.Dez 2011
Wie im letzten Beitrag versprochen:
Confidence (demo) schrieb ich voller Zuversicht, und in diesem Sinne wünsche ich
Frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2012
KW 51
am 18.Dez 2011
Viele Menschen freuen sich in der Vorweihnachtszeit. Plätzchen backen, Weihnachtslieder, Kerzenlicht, der Geruch von Tannennadeln, Geschenke besorgen oder basteln; eine Stimmung von heimelig bis (im Großen und Ganzen) heiter gestresst. Was fehlt dieses Jahr noch zur weihnachtlichen Atmosphäre? Genau! Schnee! Vielleicht wird´s noch was: Let it snow von Michael Bublé. Hör ich da Zwischenrufe? Tatsächlich? Lieber keinen Schnee? Na dann vielleicht wie bei Joey+Rory: Let it snow (somewhere else)
Einige Menschen aber fallen in der Vorweihnachtszeit aus unterschiedlichsten Gründen in eine deprimierte Stimmung. Sie will so gar nicht zusammenpassen mit der allgemeinen Freude. Irgendetwas scheint nicht richtig zu sein. In einem sträubt es sich, sich mit der Vorfreude in der Adventszeit zu synchronisieren. Manchmal tut es gut, Musik zu haben, die sich mit dem eigenen seelischen Schmerz auf eine Stufe stellt, ihm etwas Raum und Zeit gibt, zu verweilen und sich dann allmählich in der Musik aufzulösen. Vor einigen Jahren erging es mir mal ähnlich und da schrieb ich Soultroubles (demo). Viel Spaß oder vielleicht eher: Gute Besserung!
In meinem nächsten Blog-Beitrag stelle ich eine schöne Eigenkomposition vor. Versprochen!
KW 50
am 17.Dez 2011
Einer meiner einstigen Guitar-Heroes spielt immer wieder phantastisch: Allan Holdsworth, ein virtuoser Gitarrist mit seiner ganz individuellen Spielweise. Hier – vermutlich Anfang der 90er mitgeschnitten – zu hören mit seinem Stück Protocosmos.
Und vom selben Stück noch eine energiegeladene Cover-Version von den Gentle Hearts.
KW 49
am 10.Dez 2011
Nun sollte ich eigentlich längst einen neuen wöchentlichen Blog-Eintrag vorbereitet haben. Dem ist aber nicht so. Es gibt zwar Ansätze zu neueren musikalischen Aktivitäten, die sich jedoch noch in zu frühen Entwicklungsstadien befinden, als dass ich schon konkret werden will. Auch gibt es keinen Link, der mir gerade erwähnenswert erscheint.
Wie ist das denn bei Tageszeitungen? Auf die Titelseite muss immer die Sensation. Was aber, wenn es mal keine Sensation gibt? Bleibt dann die Titelseite leer? Nein! Es gibt deshalb eine Titelstory, weil die entsprechende Kategorie existiert. Man entscheidet sich für die Story, die sich noch am besten als Sensation aufpolieren lässt. So gesehen diktieren Rahmenbedingungen, Aufbau und Kategorien, die Inhalte. Die Inhalte sind die Diener der Kategorien.
Und dies ist heute mein Dilemma, denn ich schreibe in der Regel jede Woche einen Blog-Beitrag (KW XY). Hätte ich dieser mir selbst auferlegten Regelmäßigkeit nachgeben und einen willkürlichen Inhalt zum Diener von KW 49 machen sollen? Oder sollte ich nicht besser warten, bis mir ein Beitrag inhaltlich relevant erscheint und vielleicht die ein oder andere “Kalenderwoche” auslassen? Tja, Inhalt oder Rahmenbedingungen – was dient wem? Inhalt oder Verpackung? Diese Frage lässt sich tagtäglich in vielen Bereichen stellen, oder? Meiner Meinung nach ist der Inhalt das Wichtige, und die Verpackung bzw. Rahmenbedingungen sollten grundsätzlich auf den Inhalt zugeschnitten sein.
Und schon befinde ich mich wieder in einem Dilemma, denn – eigentlich hatte ich keinen Inhalt heute! Und nun entsponn sich dieser Inhalt-Verpackungs-Gedankengang gerade aus der Motivation heraus, meiner Blog-Regelmäßigkeit, also Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Verflixt und zugenäht!
KW 48
am 27.Nov 2011
In den letzten Wochen bin ich auf die Stücke der CD eingegangen. Heute will ich mich bei Frank bedanken, der den Sound in unserem Duo auf sehr persönliche Art und Weise mit gestaltet. Er hat unterschiedlichste exotische Perkussionsinstrumente aus aller Welt – bis nach Hause zurück (Kochtöpfe) – in sein Drumset eingewoben, aber was den Sound letztlich ausmacht, ist nicht allein das Sammelsurium an Klangfarben, sondern sein ganz persönlicher Umgang damit, seine Spiel-, Experimentier- und Kommunikationsfreude, sein individueller musikalischer Ausdruck.
Wer uns live hören und sehen will, kann sich schon mal den 27.02.2012 vormerken, als Bluenite-Veranstaltung im “Wormser”.
Und: Die nächste Auflage der CD “Sun´s Coming Out” ist in Arbeit
KW 47
am 26.Nov 2011
CD Sun´s Coming Out, Duo Haag/Schwaller – Track 9 von 9
Es begab sich zu der Zeit, als die Tage noch länger waren, in einem Sommer, genauer gesagt an einem frühen Junimorgen, als meine Archtop, mit der ich am Abend zuvor noch uneins war, ausgedehnte zuweilen hitzige Diskussionen führte, sich in einem Traum einfand, um mich zu wecken. Die frühmorgendliche Helligkeit des beginnenden klaren Sommertages in den Augen, hörte ich im Halbschlaf die ersten Vögel, wie sie sich gerade einzusingen begannen. Noch schlaftrunken wandelte ich durch die Wohnung, nahm die Archtop vom Gitarrenständer, griff zum Plektrum und – geheimnisvoll beginnend, wie von weit her gereist, vertraute sie mir ihre Geschichte an . . . An Archtop´s Tale – demo
